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Was war Kolumbus? Wer war Kolumbus
Das Geheimnisvolle um Kolumbus kommt von den Verheimlichungen seiner lobrednerischen Biografen. In jedem Fall wurde er zunehmend ihr Geschöpf.
Aus Peter Milger: Der Fall Kolumbus
Kolumbus als Kreuzritter Kolumbus als Genie
Kreuzfahrer mit Gewehr, Schwert und Kreuzzfahne - de Bry 1590
Großer Entdecker, Genialer Gelehrter und Wegbereiter der Moderne im 19. Jh.
Genuese, oder?

Jede Menge Autoren haben sich mit Frage beschäftigt, wo Kolumbus herstamme ohne anzudeuten, wofür das von Belang sein könnte. Obwohl die Kolumbusbrüder in Genua aktenkundig sind, wurden hitzige Debatten geführt und jeweils astrein nachgewiesen, Kolumbus sei etwa als Engländer, Jude, oder Spanier geboren worden. Historisch ebenfalls eher zweitrangig, aber ebenfalls umstritten: Ausbildung und Beruf des Kolumbus.

1472 Wollweber, etwa 20 Jahre alt

Es existiert kein Dokument, das Kolumbus vor 1492 eine Funktion in der Seefahrt zuweist. Von den Experten mehrheitlich geschätztes Geburtsjahr: 1451. Am 20. März 1472 bezeichnete sich Kolumbus vor einem Notar als Wollweber aus Genua:

Cristoforo de Columbo, lanerio de Juana.

Sohn Fernando Colon wehrt sich in seiner HISTORIE gegen die Behauptung, sein Vater hätte einen handwerklichen Beruf ausgeübt. Er lässt sogar durchblicken, der Admiral stamme von großen Seefahrern ab, er sei nicht erste Admiral in seiner Familie. Seine Belege dafür sind so abenteuerlich, dass ihm in diesem Punkt doch niemand folgen will. Aber den Kaufmann in Kolumbus will keiner seiner Biografen entdecken. Zu bieder, für einen großen Mann. Dabei war der ja in einer Hinsicht unzweifelhaft erster. Der erste nämlich, der die Mittel für eine Westexpedition zusammenbrachte. Eine Leistung also, die in erster Linie als eine kaufmännische zu würdigen wäre.

In Pavia studiert? Fernando weiß wenig

Fernando Colon:

Er sagt auch, er habe in seinem kleinen Alter lesen gelernt und in Pavia genug studiert, so viel dass es genügte, um die Kosmografen zu verstehen, deren Lehren er sehr zugewandt war ... Aus dem gleichen Grund widmete er sich auch der Astronomie und Geometrie, weil diese Wissenschaften in gewisser Weise verwandt sind.

Hat der Vater das dem Sohn so erzählt? Nein.

Nachdem der Admiral einige Kenntnisse in diesen Wissenschaften hatte, begann er das Meer zu befahren und machte einige Reisen in Ost und West. Davon und von vielen anderen Sachen von seinen ersten Tagen habe ich nicht viel Kunde. Weil er in einer Zeit zu Tode kam, als ich nicht genug Mut und Erfahrung hatte ... ihn nach solchen Sachen zu fragen.

Da sie in den Einschreibungslisten der Universität Pavia nicht fündig wurden, reagieren die Biografen vorsichtig auf die Behauptung von Fernando. Salvador de Madariaga meint, man könne sie als kindliche Fabelei verwerfen. Und weiter:

Soll es etwa unmöglich sein, dass jemand etwas Gescheites wissen kann, der niemals eine Universität besuchte?

Samuel Morison hält es nicht für möglich, dass sich die Eltern - Wollweber - eine Schule leisten konnten. Die meisten Biografen beharren auf Studien, lassen aber die Universität weg. Etwa Gianni Granzotto:

Sein Sohn Fernando berichtet: >Er studierte das, was ihm genügte, um die Kosmografen zu verstehen. Er befasste sich mit Astrologie und Geometrie.

Rechenkünste

Einzige Bemerkung über den beruflichen Werdegang des Admirals im DIARIO:

21. Dezember (1492) ... Ich fuhr dreiundzwanzig Jahre auf dem Meer, ohne es für eine nennenswerte Zeit zu verlassen und sah den Osten und Westen, wie man sagt, um den Weg nach Norden zu gehen, das ist England und ich bereiste Gujnea.

Also ab 1469, im Alter von etwa 18 Jahren. Als was gefahren? Als Matrose, Pilot, Kapitän, Eigner, zahlender Passagier? Kolumbus zieht es generell vor, über seinen beruflichen Werdegang keine Aussagen zu machen. Fernando und Las Casas (HISTORIA) geben ein Schreiben wieder, das Kolumbus im Jahr 1501 an die Krone gesandt haben soll:

Sehr große Könige, von sehr kleinem Alter an begann ich das Meer zu befahren und habe es fortgesetzt bis heute. Diese Kunst bewegt den, der sie verfolgt, danach zu verlangen, die Geheimnisse dieser Welt zu wissen. Es sind XL Jahre vergangen, seit ich dieser Beschäftigung nachgehe.

1501 minus 40 ist 1461. Demnach wäre Kolumbus um die 10 Jahre alt gewesen, als er sich der christlichen Seefahrt verschrieb und der Universität von Pavia den Rücken kehrte. Fernando indessen:

Er sagt, er sei im Alter von vierzehn zur See gefahren und folge noch immer dem Meer.

Kapitän auf Kaperfahrt mit 20 Jahren?

Was hat er auf dem Meer gelernt? Angeblich Schiffe kapern. Fernando zitiert aus einem Schreiben, das Kolumbus 1495 an die Krone gesandt haben soll:

Es passierte mir, dass der König Rynel, (René d'Anjou, 1409-1480) den Gott erhält, mich nach Tunez (Tunis) schickte, um die Galeere Fernandia zu nehmen.

Kolumbus, offensichtlich der Anführer, erfährt vor Sardinien, dass es sich um mehrere Schiffe handelt.

... was die Leute, die mit mir gingen, erschreckte, und sie beschlossen, nach Marsella (Marseille) zurückzukehren.

Um das zu verhindern, manipuliert Kolumbus den Kompass.

Ich ging auf ihre Forderungen ein, und den Punkt der (Kompass-) Nadel ändernd, setze ich bei Einbruch der Nacht die Segel, und bei Sonnenaufgang des nächsten Tages befanden wir uns vor dem cabo de Carthágine, während sich alle sicher waren, dass wir nach Marsella gingen etc.

Was heißt etc.? Das spannendste wird unterschlagen, nämlich ob es dem jungen Helden gelungen ist, die Galeere trotz der Übermacht zu kapern. Der Erzählung nach ist es Kolumbus gelungen, die gesamte Mannschaft zu täuschen. Niemand hätte also bemerkt, dass das Schiff seinen Kurs nicht um 180° änderte, sondern beibehielt. Und dass die Sonne an der falschen Seite aufging. Kann sein, meint Morison in ADMIRAL etc.:

Einfache Seemänner sind sehr tumb über die Stellung der Sterne, und der Wind könnte sich verändert haben, so dass ihnen an dem Kurs nichts falsch erschien.

Und der Kapitän und der Pilot schlafen ganz ruhig? Nein, die waren in Wahrheit die Betrüger.

Der einzige unmögliche Umstand ist die Behauptung von Columbus, er sei der Kapitän gewesen. Kein junger Bursche von ungefähr zwanzig Jahren, der die meiste Zeit seines Lebens Wolle kämmte und webte, konnte so schnell zu einem Kommandeur aufsteigen. Ich nehme an, dass Christopher in Wahrheit als Matrose auf Renés Schiff fuhr und einer von denen war, die den Trick entdeckten, mit dem sie hereingelegt worden waren. Als er den Vorfall ein Viertel Jahrhundert später in einem Brief an die Herrscher berichtete, ernannte er sich zum Kapitän, als der Würde eines Admirals eher angemessen.

Morison ist nachsichtig mit seinem Helden.

Kein Schiff konnte damals in einer Nacht bis Cape Carthage segeln. Aber wir sollten Columbus diese kleine Übertreibung erlauben, vielleicht erreichten sie die afrikanischen Küste nicht vor Mittag.

Und ist für sein Buch mit dem Pulitzerpreis geehrt worden. Granzotto:

Ich weiß, dass berühmte Historiker dem von Fernando zitierten Brief Glauben geschenkt und den von ihm wiedergegebenen Text vorbehaltlos akzeptiert haben. Andere, zahlreichere haben sowohl in Bezug auf die Sache selber Zweifel erhoben als auch in Bezug auf die Existenz eines Briefes von Kolumbus, wie er von dessen Sohn rekonstruiert wurde.

Kaufmann in Portugal - Buchhändler in Spanien

Auch was den Aufenthalt in Portugal angeht, sind die Biografen weitgehend auf ihre Phantasie angewiesen. Die Quellen sind dürftig, Fernando Colon räumt ein, dass er nicht viel weiß. Aus dem Datum des Gefechts schließen die Spezialisten, Kolumbus sei 1476 in Portugal angekommen. Fernando meldet nur drei weitere Aktivitäten in einem Zeitraum von sieben Jahren. Im fünften Kapitel erwähnt er ganz nebenbei die Heirat mit Donna Filippa Mogniz von nobler Geburt und eine Reise:

Um die Wahrheit zu sagen, ich weiß nicht, ob es in dieser Zeit war, dass er nach Mina oder Guinea ging, nach dem was ich darüber gehört habe.

Es folgen fünf Kapitel, in denen Fernando alle möglichen Autoritäten und Beobachtungen zitiert, um zu beweisen, dass Kolumbus in der Asienfrage Recht gehabt habe. Im 12. Kapitel kommt es dann zur dritten Aktivität: Kolumbus schlägt der portugiesischen Krone eine Westexpedition vor, sieben Jahre nach seiner Ankunft in Portugal. Kein Wort darüber, wovon er die ganze Zeit gelebt hat. In Genua wusste man mehr. Antonio Gallo, Chronist der Republik Genua seit 1477:

Christophorus & Bartolomaeus Columbi, Brüder ... Bartolomaeus, der jüngere, ließ sich in Portugal in Lissabon nieder, wo er von der Herstellung von Karten für Seefahrer lebte ... Bartolomaeus hatte die Karten studiert und kannte die Erzählungen von Leuten, die von entlegenen Teilen der Welt zurückkamen. Ihre Argumente und Gedanken teilte er seinem Bruder mit, der in maritimen Sachen erfahrener war.

Eine notarielle Niederschrift der Genueser Handelskammer vom 23. August 1479 besagt, dass Kolumbus in diesem Jahr im Auftrag Genueser Kaufleute auf einem portugiesischem Schiff unterwegs war:

Cristoforo de Columbo wurde zur Insel Madeira entsandt, mit Anweisungen von Paola und stellte eine Option über die oben genannte Menge von Zucker sicher ... aber der genannte Christopher erhielt nur 103 Dukaten ... Er war nicht in der Lage, die gesamte Menge Zucker zu erwerben.

Der Hofchronist Andrés Bernáldez kannte Kolumbus. HISTORIA DE LOS REYES CATOLICO um 1513 (erst 1856 gedruckt):

Ein Mann aus Genua, Buchhändler, der in Andalusien Handel trieb, der sich Christobal Colón nennt.

Erfahrener Seemann

Pietro Martire, der ihn ebenfalls kannte:

Er war wie sein Bruder Bartolome ein erfahrener Seemann.

Das könnte man doch so stehen lassen. Ein überragender Seemann war ja auch für den Job nicht erforderlich. DIARIO, 21. Februar:

Der Admiral sagt ... er sei in las Yndias den ganzen Winter über gesegelt ohne zu ankern, und dass er immer gutes Wetter hatte und dass er das Meer nur eine Stunde lang nicht gut sah, so dass er nicht gut segeln konnte.

Oswald Dreyer-Eimbcke ist der einzige der zitierten Autoren, der die Leistungen von Kolumbus mit denen seiner Kollegen vergleicht.

Ganz ohne Einfluss seiner Tat von 1492 wurde der amerikanische Kontinent, dessen Festland Kolumbus im Übrigen auch erst 1498 erreichte, 1497 durch GIOVANNI CABOTO und 1500 durch Caspar Cortereal im Norden, im gleichen Jahr durch die Spanier PINZON und DE LEPE sowie den Portugiesen CABRAL im Süden gefunden.

Nicht zuletzt war er Kolonialherr und Feldherr
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Lieber tot als Sklaven. Pietro Martire, ein Freund von Kolumbus, meldet eine erste Hungersnot mit 50.000 Opfern und den Versuch der Tainos, ihrer Entwürdigung zu entgehen.

Die Menschen hatten kaum noch Kraft, ihren Lebensunterhalt in den Waldgebieten zu suchen ... Manche sind so verzweifelt, dass sie freiwillig aus dem Leben gehen. Andere zeugen keine Kinder mehr. Man sagt auch, manche nähmen Mittel, um die Frucht des Leibes abzutreiben, weil sie wissen, dass sie nur Sklaven der Christen werden ... Die Zahl der unglücklichen Einwohner Hispaniolas ist stark zurückgegangen. Viele berichten, es waren einst eine Million und zweihunderttausend. Ich schrecke zurück, den heutigen Stand anzugeben.

Maria über dem Schlachtfeld

Angesichts zunehmender Demütigungen gingen die Tainofürsten dazu über, kleinere Trupps goldsuchender Spanier zu überfallen. Am Fuße des Santo Cerro ließ Kolumbus demonstrieren, wozu der christliche Herrenmensch fähig ist, wenn man sich ihm in den Weg stellt. Fernando beschreibt den Einsatz von Feuerwaffen und Hunden und fährt fort:

Die feigen Indios flohen, eifrig verfolgt von den Unseren, die mit Gottes Hilfe den Sieg errangen. Sie töteten viele Indios und nahmen andere gefangen, welche sie ebenfalls töteten.
Jungfrau Maria auf dem Schlachtfeld
Subtile Waffe. Der Legende nach erschien die Jungfrau Maria über dem Schlachtfeld, was die Tainos in Furcht und Schrecken versetzte. Installation in der beim Schlachtfeld errichteten Dankeskapelle. Das Rühstück dient natürlich der Rechtfertigung der Vorgehensweise. Maria kann schlechterdings ja nur auf Seiten der Guten eingreifen. Subtile Propaganda in der Tradition der Kreuzzugsideologie.
Krieg gegen Tainos des Bry 1590


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